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"Multi-Stakeholder
Prozesse"
(MSPs)
Der Terminus
"Multi-Stakeholder
Prozesse"
(MSPs)
ist schwer übersetzbar -
weil es im Deutschen keine adäquate Entsprechung des englischen Begriffs "Stakeholder"
gibt.
Definition
von "Stakeholder":
Stakeholder sind
diejenigen, die ein Interesse and einer bestimmten Entscheidung haben, entweder
als Individuen oder als Repräsentanten einer Gruppe. Dies schließt Personen und
Personengruppen ein, die eine Entscheidung beeinflussen, oder sie beeinflussen
können, sowie solche, die von der jeweiligen Entscheidung betroffen sind
(vgl. Hemmati 2002: Multi-Stakeholder Processes - Beyond Deadlock
and Conflict. London: Earthscan).
Dies ist eine recht breite Definition. Wegen der Einbeziehung von
(potentiellen) Einflußnehmenden sowie Betroffenen und der Einbeziehung von
Individuen sowie Gruppen sind im Deutschen gebräuchliche Begriffe wie
"Interessengruppen" oder "gesellschaftliche Gruppen" wenig tauglich. Auch liegt
der o.g. Definition der Gedanke zugrunde, daß die jeweils relevanten
"Stakeholder" in jeder Entscheidungssituation neu identifiziert werden müssen:
Man kann nicht einfach eine gängige Liste von "gesellschaftlichen Gruppen", wie
beispielsweise die "Major Groups", die in der Agenda 21 von Rio definiert
werden, verwenden.
Definition
Multi-stakeholder Prozesse: MSPs sind Prozesse, die darauf
abzielen, alle relevanten Stakeholder in einer neuen Form der
Entscheidungsfindung (sowie möglicherweise der Entscheidung) zu einem bestimmten
Thema zusammenzubringen. Idealerweise basieren MSPs darauf, daß anerkannt wird,
wie wichtig die gleichwertige und gegenseitig verantwortliche Kommunikation
zwischen Stakeholdern ist; sie schließen daher eine gleichwertige
Repräsentation der verschiedenen Stakeholder und ihrer Sichtweisen ein. MSPs
beruhen auf demokratischen Prinzipien der Transparenz und Beteiligung, und
zielen darauf ab, engere Netzwerke und Partnerschaften zwischen Stakeholdern zu
entwickeln. Solche Prozesse decken ein breites Spektrum möglicher Strukturen und
Beteiligungsintensität ab: Sie können aus Dialogen bestehen (Stellungnahmen,
Austausch und Diskussion), und/oder sie können Konsens-Bildung, gemeinsame
Entscheidungen und
gemeinsame Entscheidungsumsetzung beinhalten. Der genaue Charakter eines jeden
Multi-Stakeholder Prozesses hängt vom Thema, von den Teilnehmenden, den
zeitlichen Rahmenbedingungen, verfügbaren Ressourcen, und anderen Variablen ab.
In jedem Fall sind MSPs ein wichtiges Instrument der Nachhaltigen Entwicklung.
Mehr hierzu:
Meine Arbeit über MSPs beinhaltet u.a.:
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The Seed Initiative - Supporting Entrepreneurs in Environment and
Development: Beraterin für IUCN - The World Conservation Union, zur Seed
Initiative, die einen
Internationalen Preis für
Partnerschaftsinitiativen zur Nachhaltigen Entwicklung,
ein Trainings- und Forschungsprogramm vereint. Die Seed Initiative ist selbst eine Partnerschaftsinitiative, in der das
Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP
DTIE, Paris), dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP), IUCN - The World Conservation Union (internationale
Naturschutzorganisation), Partnerships Central, das Global Public Policy Institute,
und anderen, zusammenarbeiten. Die Initiative wird unterstützt u.a.
vom Deutschen Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz und Reaktorsicherheit und dem Global Compact der Vereinten
Nationen. Seit 2002.
http://seedinit.org |
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Die Entwicklung eines methodologischen Rahmens
für Multi-Stakeholder Prozesse,
inklusive grundsätzlicher Prinzipien
und praktischer Anleitungen,
die auf mehren Analyseansätzen beruht:
Werte- und ideologische Grundlagen von MSPs, relevante sozialwissenschaftliche
Erkenntnisse, der Kontext der globalen Politikprozesse und -strukturen,
Fallbeispiele,
sowie internationaler Konsultationen
und Workshops
(2001).
Das Buch
Multi-stakeholder Processes for Governance and Sustainability - Beyond
Deadlock and Conflict ist 2002 bei Earthscan, London, erschienen.
2001-2002. |
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Entwicklung und Ko-Koordination (gemeinsam mit Robert Whitfield)
der
Implementation Conference:
Stakeholder Action for Our Common Future
(Umsetzungskonferenz: Stakeholder Aktion für Unsere Gemeinsame Zukunft),
die im
August 2002 in Johannesburg stattfand,
im unmittelbaren Vorfeld des Weltgipfels zur Nachhaltigen Entwicklung der
Vereinten Nationen. Dieser ein Multi-Stakeholder Prozeß
plus Konferenz hatte 24 konkrete
Partnerschaftsinitiativen von
Stakeholdern zum Ergebnis, die sämtlich darauf
abzielen, internationale Vereinbarungen zur Nachhaltigen Entwicklung in die
Tat umzusetzen, und zwar in den Bereichen Wasser, Energie,
Ernährungssicherheit, und Gesundheit.
Die Vorbereitungen beinhalteten ausgedehnte
Bildung und Nutzung von Netzwerken,
Moderation und "Makeln" von Partnerschaften
zwischen Stakeholdern, Regierungen, und internationalen Organisationen.
Führung eines Teams von über 20
MitarbeiterInnen und PraktikantInnen; enge Zusammenarbeit mit einem
internationalen Team professioneller ModeratorInnen, Forscherinnen,
und ExpertInnen für Wissensmanagement.
2000-2002.
Mehr (auf Englisch) unter
www.earthsummit2002.org/ic. |
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Zentrum für
nachhaltige Unternehmens- und Wirtschaftspolitik an der Universität
Zürich, Schweiz: Untersuchung der Angemessenheit und Durchführbarkeit von
Stakeholder-Dialogen mit dem Finanzsektor. Oktober - November 2003.
www.ccrs.unizh.ch |
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Beispiele weiterer Aktivitäten sind:
Entwicklung, Moderation und Unterstützung von Multi-Stakeholder Dialogen auf
internationaler und nationaler Ebene - Workshops über Bioprospektierung
(1999, 2000);
bei dem informellen Umweltministertreffen in Norwegen
(2000); bei
der Internationalen Wasserkonferenz in
Bonn (2001);
im Lokalen Agenda-Prozeß
(Heidelberg, 1997-98); und mit
einzelnen Organisationen und Unternehmen, wie der Deutschen Bundesregierung,
der Schweizer Rück; Bayer CropScience.
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